Yogyakarta

Endlich angekommen in Yogya lief ich die anderthalb Kilometer bis zum Hostel. Es war jetzt richtig schwül und ich war froh als ich dort ankam. Lauras Backpackers war ein richtig entspanntes Hostel. Es war eben so ein richtiges Backpacker-Hostel. Viele junge Leute, es gab eben das nötigste, aber die Mitarbeiter waren der Hammer. Laura selber war noch total jung und unterhielt sich abends immer mit allen Reisenden – sie wusste alles über Indonesien und half mit allem weiter. Auch die anderen Jungs waren superfreundlich und waren eher wie Freunde, als Angestellte. Es gab auch fast den ganzen Tag lang indonesisches Essen, an dem man sich bedienen konnte (nur vegetarisch – das Tofu schmeckt richtig gut!). Am Tisch saßen alle möglichen Reisenden und man unterhielt sich einfach und tauschte sich aus. Ich muss sagen, die Backpacker, die in Asien unterwegs sind, sind viel entspannter, als die in Australien. Man versteht sich mit den Meisten direkt sehr gut. Hier waren ungefähr die ein drittel Deutsche, ein drittel Holländer und der Rest Franzosen, Briten, Australier und sogar ein Isländer. Ich lernte auch Lena kennen und wir beschlossen für den nächsten Tag eine Cave Tubing Tour zu machen. Ein junger englischer-jetzt-in-Brisbane-lebender-Arzt schloss sich uns an. Weil wir ein bisschen faul waren und nicht die ganzen zwei Stunden mit dem Roller fahren wollten, boten uns die Jungs vom Hostel an, dass sie uns für ein bisschen Geld fahren würden. Der Verkehr war mal wieder echt abenteuerlich. Angekommen merkten wir direkt, dass einfach extrem viel los war. Es waren nämlich Brücken-/ Feiertage in Indonesien und Alle hatten frei. Wir bekamen also Schwimmwesten an und dann gings auch schon los. Wir wunderten uns noch wieso Alle ihre Klamotten anbehielten und nicht in Schwimmsachen gingen – die Klamotten waren ihre Schwimmsachen (Indonesien ist ein (hauptsächlich) muslimisches Land). Jeder bekam einen großen Schwimmreifen und wir stiegen auf einen Transporter, wo wir bis zum Fluss gefahren wurden. Dort waren schon bestimmt eine Millionen anderer Leute im Wasser. Man treibt eigentlich in einem Schwimmring auf einem Fluss durch Höhlen durch. Bewegt haben wir uns allerdings erstmal gar nicht, weil es einfach zu viele Menschen waren. Wir mussten so lachen, so was gäbe es in Deutschland definitiv nicht 😀 Die Mitarbeiter mussten uns wirklich durch die Höhlen ziehen und drücken. Aber alle schienen ihren Spaß zu haben. Ein paar  Jungs neben uns machten direkt ein paar Fotos mit uns Weißhäutigen und alle waren super lustig drauf. Dann wurde es abenteuerlich. Mit den Schwimmringen ging es wieder auf den Transporter und wir fuhren einen holprigen Weg entlang und blieben ein paar Mal stecken. Mit den Reifen in der Hand balancierten wir dann noch einen Weg entlang und ich fiel (mit meinen pitschnassen Klamotten) in den Matsch :D. Jetzt war es so ähnlich wie Water Raften. Wir bildeten eine Kette aus den Reifen und fuhren über den Fluss. Dann konnten wir noch von einem Felsen ins Wasser springen. Dann gings wieder auf die Roller und wir fuhren mit den Jungs zu einem Restaurant, wo wir indonesisch aßen.

Laura hatte uns von einem richtig witzigem Kino erzählt, in dem man in Doppelbetten liegt und sich den Film im liegen anschauen kann. Lena und ich hatten total Lust auf Kino und so fuhren wir mit dem Uber-Roller zur Mall. Das Kino war total nobel und wir wollten uns „Die Schöne und das Biest“ anschauen. Für umgerechnet 4,50€ bekamen wir eine Karte!!! Das Kino war echt der Hammer und der Film (auf Englisch, mit indonesischen Untertiteln) auch echt schön. Wer mal in Yogya ist, sollte das unbedingt machen! Leider waren wir etwas zu spät dran – man hätte sich auch noch richtiges Essen bestellen können.

An einem Tag liehen Lena und ich uns einen Roller und wir erkundeten ein bisschen die Stadt. Wir fuhren erst zum Sultans Palast. Ein paar nette Indonesier erklärten uns den Weg. Der Palast war jetzt nicht ganz so spektakulär, aber es gab ein paar Frauen, die ein traditionelles Lied spielten (den Namen hab ich vergessen).

Wir liefen wieder zum Roller zurück, wo uns ein netter Mann ansprach, ob wir Lust hätten traditionell javanische Marionetten anzuschauen. Wir dachten uns erst – ach der will bestimmt nur Geld dafür haben, aber hatten trotzdem Lust uns das anzuschauen. Ein paar Männer schnitzen aus Büffelleder in einer kleinen Werkstatt Marionetten, mit denen am nächsten Tag ein Theater aufgeführt werden würde. Einer von ihnen erklärte uns die einzelnen Bedeutungen der Figuren und die Indonesier wollten tatsächlich keinen Cent dafür haben! Es war total interessant und die Figuren waren echt beeindruckend.

Als nächstes fuhren wir noch zum Wassertempel, der ganz in der Nähe lag. Hier sprachen uns ein paar total süße Schulmädchen an. Die Menschen (vor allem Schulklassen) in Indonesien sind wirklich total interessiert an uns Europäern. Sie fragten ganz höflich, ob sie uns kurz stören dürften und stellten uns ein paar Fragen. Dann wollten sie natürlich auch ein Foto mit uns machen. Eine von ihnen hatte eine Gitarre dabei und spielte uns sogar ein Lied vor. Sie war ganz aufgeregt – echt Zucker! Dann schenkten sie uns sogar noch zwei Schlüsselanhänger.

wir schauten uns den Tempel an und liefen ein Stück weiter. Ausersehen landeten wir in einem Wohnviertel. Dort gab es total viel Straßenkunst und die Leute hatten ganz süße Häuser in verwinkelten Gassen.

Dann bekamen wir Hunger und fuhren zu einem italienischen Restaurant. Nach ein paar Tagen Reis war das doch ganz lecker. Lena aß Pizza und ich Pasta – mhm.

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