Borobudur und Prambanan

Von Yogyakarta aus kann man so einige Tagesausflüge unternehmen. Ein Must-See sind definitiv die beiden berühmten Tempel Borobudur und Prambanan. Von meinem Hostel aus konnte man verschiedene Touren buchen und fast jeder dort machte eine Tour. Also buchte auch ich eine Tour für die Tempel. Ich wurde morgens um ich glaube fünf Uhr abgeholt. Zwei Holländerinnen aus meinem Hostel und zwei Australier mit Kind waren auch noch mit im Minibus. Wir wurden dann bis zur Tempelanlage gebracht. Ich lief dann ganz schnell die vielen Treppenstufen hoch, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen! Es war so unglaublich schön und ist echt gar nicht in Worte zu fassen – schaut selbst! Ich saß einfach eine Weile da und beobachtete, wie die Sonne langsam aufging – der Hammer.

Ich wurde schon von den Anderen im Hostel vor den Schulklassen vorgewarnt. Die kamen nämlich erst so gegen sieben Uhr am Tempel an, davor war es noch richtig ruhig da oben. Es gab immer ein paar Mädels oder Jungs, die ein bisschen um mich rumliefen und kicherten, bis sich die Mutigsten trauten mich anzusprechen. Natürlich wollten sie ein Foto mit mir machen – da kann ich ja nicht nein sagen. Auf einmal tauchten zwanzig Selfiesticks vor mir auf 😀 Dann schüttelte mir noch jeder einzelne die Hand. Ich war bestimmt auf acht Klassenfotos mit drauf und sah auch, dass die anderen weißen Touris für ein paar Fotos hinhalten mussten.

Dann ging es zum Treffpunkt, wo ich mit einer anderen Gruppe mit dem Minibus zur hinduistischen Tempelanlage Prambanan gebracht wurde. Jetzt war es schon richtig heiß aber auch die Tempel waren sehr schön. Am Eingang sprachen mich zwei junge Studentinnen an. Mal wieder ganz höflich ob sie mich unterbrechen dürften… und ob ich Lust hätte eine kostenlose Führung mit ihnen zu machen. Sie trainierten für ihren späteren Job als Tourguides. Natürlich sagte ich ja und die Beiden liefen mit mir zu den verschiedenen Tempeln, die den unterschiedlichen hinduistischen Göttern, wie zum Beispiel Siwa gewidmet wurden. Sie erzählten mir dass ein Teil der Tempel beim Erdbeben 2006 zerstört wurde und erklärten mir die Bedeutung der verschiedenen Statuen. Dann sollte ich einen Fragebogen mit Feedback ausfüllen und natürlich gabs noch ein Foto 🙂

Weil ich noch viel Zeit hatte, setzte ich mich eine Weile in den Schatten. Schon wurde ich wieder von einem netten Indonesier angesprochen. Auch er war total interessiert an meiner Meinung über Indonesien und wir hatten ein total interessantes Gespräch. Er war 55 Jahre alt und stellte mir seine Familie vor. Er arbeitete als Lehrer in der Sekundarstufe und unterrichtete Sprachen, weshalb er ein ganz gutes Englisch hatte. Er erzählte mir, dass er so gerne mal nach Europa reisen würde, aber sein Gehalt dafür einfach nicht ausreichte. Daher wünschte er sich sehr, dass viele Reisende nach Indonesien kommen würden und ein Austausch zwischen den Kulturen stattfinden kann. Er meinte ich solle doch zu Hause erzählen, wie schön Indonesien ist, und dass wir Europäer keine Angst vor dem Islam in Indonesien haben sollten, es gäbe so viele verschiedene Arten und die Menschen in Indonesien seien total offen für alle Kulturen und Religionen – (da hat er wohl Recht). Später lief ich wieder zum Minibus und wurde zurück zum Hostel gebracht – was für ein Tag!

 

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