Mount Bromo

Ich verbrachte insgesamt fünf Tage in Yogyakarta, aber irgendwann musste es ja wieder weiter gehen. Die typische Backpackerroute führt von Yogyakarta über die beiden Vulkane Mount Bromo und Ijen nach Bali. Ich hab echt lang hin und her überlegt, aber hab mich letztendlich entschieden nur zum Mount Bromo zu fahren und dann direkt nach Bali. Es gibt viele Backpacker, die die lange Reise ohne gebuchte Tour machen, aber ich bin sehr froh, mich für eine Tour entschieden zu haben! Es hätte einfach viel zu viel zu organisieren gegeben und der Preis wäre vermutlich auch der selbe gewesen. Also hieß es mal wieder Rucksack packen und morgens um 6 Uhr wurde ich abgeholt. Mit mir fuhren noch zwei Deutsche Mädels: Pia und Julia, die Beiden studieren Psychologie in Konstanz 🙂 Wir wurden also zum Bahnhof gefahren, wo wir ein Ticket bekamen und stiegen auch schon in den Zug ein. Vor uns lag eine neun/zehnstündige Zugfahrt. Am Anfang hatten wir noch ganz viel Platz, aber dann wurde es schon bald sehr sehr eng. Wir zählten die Minuten und kamen dann abends endlich in Probolinggo an. Dort wurden wir wieder von einem Minibus abgeholt und zu einer Art Reisebüro gefahren. In Probolinggo hast du echt keine Chance als Backpacker, jeder will dir seine Tour zum Mount Bromo andrehen – zum Glück hatten wir ja schon eine. Im „Reisebüro“ erklärte uns der seltsame Typ nochmal genau, was wir machen würden und wir kauften uns noch Wasser und ein paar Snacks für den nächsten Tag. Dann ging es wieder in den Minibus. Hier saß jetzt ein richtig nettes deutsches Pärchen mit uns im Bus und los ging wieder mal die Fahrt. Die Strecke zog sich doch mega in die Länge und wir fuhren bis zu einem „Hotel“ in einem Dorf in den Bergen, nahe Mount Bromo. Hier teilte ich mir ein Zimmer mit Pia und Julia. Das Zimmer war eigentlich echt voll schön!

Wir aßen noch etwas im Restaurant und tranken seltsamen „Hot Wine“ – eher ein heißer Weinbrand – bäh. Dann fielen wir auch schon ins Bett wir hatten ja eine lange Reise gehabt. Lange geschlafen wurde allerdings nicht! Um 3 Uhr ging unser Wecker. Wir packten uns warm ein und um 3:30 saßen wir wieder im Minibus. Der Typ fuhr uns sechs eine ganze Strecke zu einer Stelle, wo wir ausstiegen und zu einem Aussichtspunkt laufen sollten. Der Aufstieg war ganz schön anstrengend und mit Taschenlampen liefen wir bis zum Aussichtspunkt. Einige Leute ließen sich ein Stück von Pferden tragen, die Armen Tiere! Hier warteten schon so einige Andere, unter anderem auch zwei Jungs, die wir aus dem Hostel kannten. Es dauerte noch eine Stunde, bis wir so langsam die Sonne aufgehen sahen. Der Sonnenaufgang selbst war nicht das spektakuläre, sondern die Landschaft selbst! Wir konnten das Dorf und den Mount Bromo von oben sehen! Gerade noch durchgeschwitzt vom Aufstieg wurde es dann doch wieder ziemlich kalt, bis die Sonne aufging.

Dann ging es wieder bergab zum Treffpunkt, wo unser Minibus auf uns wartete. Der Typ fuhr uns ein Stück, bis wir in einen Jeep umsteigen mussten. Der fuhr uns dann bis zum Fuße des Mount Bromos. Jetzt würde es den ganzen Vulkan hoch gehen, bis zum Kraterrand. Hier war jetzt ganz schön was los. Vor allem gab es richtig viele Pferde, die die faulen Leute ein Stück bis nach oben tragen sollten. Die Tiere wurden echt schlecht behandelt, es durften aber keine Autos hier fahren also hieß es – entweder Pferd oder laufen. Die Erde war richtig schwarz vom Vulkan und der Weg nicht ganz so einfach zu laufen, wenn da so viele Pferde und Menschen unterwegs waren. Ich hielt kurz an, um von Pia ein Foto zu machen und dann passierte es 😀 Auf einmal kam eine ganze Reihe von Pferden mit Reitern und Führen an mir vorbeigetrampelt – jeder weiß ja, dass man nicht hinter einem Pferd stehen soll, aber wie soll das da auch anders gehen?! Jedenfalls hatte eines der Pferde anscheinend total Angst und tritt aus – mir direkt aufs Knie – das hat echt mega doll weh getan! Ich musste echt erst mal ne Pause machen, aber was für ne Story: Mich hat bei einer Vulkanwanderung in Indonesien ein Pferd ins Knie gekickt 😀 Es tat zwar echt weh aber wir sind dann trotzdem weiter gelaufen, wir versuchten echt Abstand zu den Pferden zu halten, das war aber nicht einfach! Nach einem Anstieg ging es noch so einige Treppen hoch, bis wir endlich in den Krater schauen konnten. Es brodelte ganz schön da unten, die Aussicht war richtig schön!

Dann mussten wir auch schon wieder runterlaufen und unser Jeep brachte uns zum Hotel wo wir dann so um neun Uhr Frühstück bekamen.

Dann hatten wir noch eine Stunde Zeit, bis uns der Minibus wieder nach Probolinggo brachte. Der Verkehr dort war echt heftig und anscheinend waren wir sehr in Eile. Das Pärchen fuhr dann noch weiter zum Vulkan Ijen und wir wurden in einen Bus nach Denpasar, Bali gesetzt. Der Bus war echt bequem, aber wir waren total müde. Die Fahrt war auch echt oke, bis es dann auf die Fähre ging war alles gut. Endlich waren wir auf Bali, aber der Bus würde noch einige Stunden bis nach Denpasar brauchen. Es war jetzt dunkel und der Fahrer fuhr einfach wie ein Bekloppter. Die Fahrt war also so langsam echt anstrengend und wir hatten hunger und wünschten uns nur noch ein Bett – wir waren ja schon seit 3 Uhr wach und hatten eine Vulkanwanderung hinter uns. Gegen zehn Uhr hielt der Bus irgendwo im Nirgendwo an einer „Busstation“ der Fahrer behauptete, es wäre die letzte Station, also stiegen Alle aus – uns war schon klar, dass es nicht die letzte Station war, sondern hier die „Taxifahrer“ warteten, die die Touristen für total viel Geld zu ihrer Unterkunft bringen wollten. Weil aber alle ausgestiegen waren gingen wir auch raus. Erst versuchten wir uns ein Uber zu bestellen, das wäre viel billiger gewesen, aber als der Fahrer seine Fahrt stornierte, wollten wir nicht noch länger warten und nahmen uns ein überteuertes Taxi. Der Preis störte uns nicht einmal so sehr, sondern eher dass die unfreundlichen Taxifahrer uns Touristen so abzockten. Jedenfalls kamen wir dann endlich irgendwann im Hostel an und bekamen noch drei Betten – was für eine anstrengende Reise – und jetzt stellt euch mal vor dass hätten wir alles selbst organisieren müssen!

 

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