Elefantenreiten bei Kandy

Nachdem wir unsere Sachen im Schlafsaal abgelegt und uns ein bisschen ausgeruht hatten, bekamen wir auf einmal schrecklichen Hunger und machten uns auf den Weg zur nächstbesten Imbissbude. Dort machten wir zum ersten Mal die Bekanntschaft mit den zwei typisch Sri-Lankesischen Gerichten Kottu und Roti. Roti ist wie eine Art Pfannkuchen. Wenn man hier ein Roti bestellt, bekommt man es meist mit Curry, Gemüse oder irgendwelchem Seafood/Chicken serviert. Manchmal eingewickelt, manchmal eingerollt. Für ein Kottu wird ein Roti in Streifen geschnitten und mit Currys oder sonstigem gewürztem, kurzgebratenem Gemüse, Eiern oder Fleischstückchen vermischt.

Zurück im Hostel trafen wir Lisa wieder und spielten noch ein bisschen Karten und unterhielten uns mit ein paar anderen Backpackern. In unserem Schlafsaal waren nur wir und eine schüchterne Asiatin, sodass wir uns schön ausbreiten konnten.

Am nächsten Morgen servierte uns die Besitzerin unser 5-Sterne, Deluxe-Frühstück. Jeder bekam zwei Scheiben Toast, ein kleines Rührei, eine Banane und eine Tasse Tee. In der Mitte standen dann ein Kilo Butter und ein Glas „gemischte“ Marmelade. Da wir uns um neun Uhr mit unserem Fahrer für den Tag verabredet hatten, machten wir uns schnell fertig und warteten dann pünktlich (schließlich müssen wir ja alle Vorurteile erfüllen) um neun auf ihn. Draußen vor der Türe stand ein Tuk-Tuk und der Fahrer winkte uns zu. Also hopsten Lisa, Smitha und ich in das Tuk-Tuk und freuten uns dass es schon losging. Als er uns dann nach 50 Metern fragte wo wir denn gerne hinmöchten, mussten wir erstmal lachen – aber dann wurde uns klar, dass wir im falschen Tuk-Tuk saßen und erklärten, dass er uns ganz schnell wieder zurück bringen sollte. Nach einer Dreiviertel Stunde im Hostel – der Fahrer musste sich noch umziehen und frühstücken und… – ging die Fahrt endlich los – leider nicht mit dem Tuk-Tuk, sondern mit seinem klimatisierten Auto – schade eigentlich. Er war zwar nicht sehr gesprächig, aber kutschierte uns trotzdem zuverlässig durch die Gegend. Als erstes ging es zu den Spice Gardens. Dort führte uns „Sam“ durch den Garten und zeigte uns verschiedene Pflanzen und Gewürze. Zu jeder Pflanze nannte er die Zubereitung und Verwendung des Heilmittels und am Ende gab er uns sogar einen Zettel, auf dem wir alles nachlesen konnten.

 

Weiter ging es dann zur Millennium Elephant Foundation. Schon seit den 1960er Jahren kümmert sich die Foundation um Elefanten in Gefangenschaft. Dass es überhaupt Elefanten in Sri Lanka gibt, die in Gefangenschaft leben, liegt hauptsächlich an der Tradition und auch am Tourismus dort. Schon früher galt es als ein Zeichen des Reichtums, einen Elefanten zu besitzen und auch heute kommt es vor, dass ein Elefant vor einem Tempel oder einfach im Garten angekettet wird. Außerdem gibt es touristische Einrichtungen, die die Elefanten sehr schlecht behandeln – die MEF warnt vor allem vor Howdahs. Das sind schwere Stühle, die die Touristen auf den Rücken der Elefanten tragen sollen und Verletzungen bei den Elefanten hinterlassen können. Einen Elefanten zu Besitzen bedeutet viel Arbeit und „caring“ – die Millennium Elephant Foundation sorgt dafür, dass es die Elefanten – wenn sie schon in Gefangenschaft leben müssen – gut haben. Heute leben acht Elefanten auf dem Grundstück. Als Besucher konnten wir eine kurze Strecke auf den Elefanten reiten und sie dann baden. Ein paar andere Touristen machten auch die Elefantendusche. Es war ganz schön wackelig da oben, aber auf jeden Fall eine Erfahrung! Achja und wir haben gelernt, dass die Haut immer rosafarbener wird, wenn sie älter werden! Die Ketten, die die Elefanten tragen, sind nur zum Schutz der Besucher und die gefährlich aussehenden Männer mit dem Stock (Ankus) heißen Mahout. Jeder Elefant hat seinen eigenen Mahout, der den Elefanten pflegt, füttert und trainiert – dadurch haben Elefant und Mahout eine starke Beziehung zueinander. Die Mahout lernen sogar eine eigene Sprache und geben den Elefanten „Kommandos“ – der Elefant würde nie auf jemand Anderen als seinen Mahout hören. Mit dem Ankus berühren die Mahout den Elefanten, um ihn ein bisschen zu kontrollieren – schließlich sind Elefanten immer noch wilde Tiere, die einen Menschen töten könnten, wenn sie wollten.

Weiter ging es zu einer Tea Factory. Sri Lanka ist der weltweit viertgrößte Exporteur von Tee – von daher ist es ein Muss, wenigstens eine Tea Factory in Sri Lanka gesehen zu haben. Eine (weniger motivierte) Frau zeigte uns die verschiedenen Schritte in der Teeproduktion und am Ende bekamen wir sogar einen Tee serviert.

 

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