Kandy Lake

Da wir uns gegen einen Besuch im Botanical Garden (viel zu hoher Eintrittspreis) entschieden, lies uns der Fahrer in der Stadtmitte von Kandy aussteigen. Als erstes gingen wir in einem sehr gut besuchten Restaurant was essen, um danach in Richtung Kandy Lake zu laufen. Der Kandy Lake ist ein künstlich angelegter See in dem sogar Schildkröten und Warane leben. Wir liefen einfach ein Stück am See entlang und quatschten. Es ist wirklich cool, wenn man irgendwo auf der Welt fremde Menschen triff und dann einfach entscheidet mit ihnen den Tag zu verbringen. Wir verstanden uns so gut, dass Lisa uns sogar einlud sie mal in Kanada besuchen zu kommen. Auf dem Nachhauseweg gingen wir noch in einen großen Supermarkt, um uns mit ein paar notwendigen Dingen (Kekse und Bananen) einzudecken. Wir wollten uns auch Bier kaufen (schließlich musste ich Smitha ja wieder das trinken beibringen), aber Alkohol bekommt man in Sri Lanka nicht einfach im Supermarkt. Als wir den Verkäufer fragten, ob sie auch Bier hätten, schaute er erst komisch, und zeigte uns den Weg in eine Art dunklen Keller. Dort unten war eine rieesen Schlange von Leuten und dort bekamen wir dann tatsächlich unser Bier -yeey. Zurück im Hostel setzten wir uns mit Lisa und der schüchternen Asiatin in den Garten und aßen Früchte, bis uns die Moskitos auffraßen.

Mittlerweile waren einige andere Backpacker angekommen und das Hostel fast voll ausgebucht. Ein netter Franzose setzte sich zu uns – Lisa war superhappy wieder französisch sprechen zu können (sie kommt aus Quebec in Kanada) – und wir spielten noch ein paar Runden Karten. Auf einmal kam der Typ der uns den ganzen Tag durch die Gegend gefahren hatte und wollte uns etwas zeigen. Anscheinend hatte er irgendwelche Tiere in einer Rille zwischen Wand und Decke gehört – er meinte es seien kleine Babyeichhörnchen, deren Mutter von einer Katze umgebracht worden war. Er versuchte die Eichhörnchen aus der Rille zu kriegen, kam aber nicht hin. Auf einmal fiel eines auf den Boden und Smitha hob es auf. Auch das zweite fiel auf den Boden und überlebte auch. Wir fütterten die Eichhörnchen mit Milch (Smitha hatte in Indien auf ein kleines Eichhörnchen einer Klosterschwester aufgepasst und wusste was zu tun war :D)bis sie endlich aufhörten zu schreien. Der Fahrer brachte einen Käfig, wo die Eichhörnchen für die nächsten Tage bleiben konnten.

Am nächsten Tag entschieden wir uns ein Stück des schönen Weges in die Stadt zu laufen und nahmen uns für den Rest der Strecke ein Tuk-Tuk. In Kandy gingen wir als erstes zum Market. Dort wurde in einem halboffenen Gebäude alles Mögliche von Früchten, Gemüse und Taschen zu Schuhen und Klamotten verkauft. An einem Obststand ließ uns der Verkäufer leckere Mangos und Rambutan probieren. Ein Amerikaner und sein Sohn erzählten uns, dass sie schon seit Jahren immer zu diesem Stand kamen – weil er einfach das beste Obst verkaufte. Also deckten wir uns mit Mangos und Rambutan ein und Smitha kaute sogar etwas Vanille.

Wir zogen weiter durch die Stadt und gönnten uns sogar ein Eis. Dann wollten wir uns einfach nur irgendwo hinsetzen und liefen eine Strecke hoch bis zum Royal Park. Ich muss sagen so etwas hab ich echt noch nie gesehen. Wir liefen ein paar Meter in den Park und einfach ÜBERALL, alle fünf Meter saßen einheimische Pärchen. Sie saßen wirklich so dicht aneinander – wir konnten es gar nicht glauben! Das war wirklich sehr witzig… wie ihr euch vorstellen könnt waren wir drei Mädels einfach fehl am Platz. Smitha erzählte uns, dass es Indien ähnlich ist wie hier in Sri Lanka. Die Paare treffen sich heimlich – gut versteckt vor ihren Eltern und Verwandten – in Parks. Obwohl wir wirklich das einzige Nicht-Paar im Park waren setzten wir uns eine Weile hin, um unsere Ausbeute zu genießen. War wohl nichts – auf einmal kamen von den Bäumen Affen gesprungen, die sich erst nur prügelten und dann auf unser Essen zu rannten. Wir hatten echt keine Chance – die Affen waren einfach zu schnell.

Bevor wir zurück zum Hostel fuhren, ging es zum Bahnhof – hier wollten wir eigentlich Tickets für die berühmte Zugfahrt von Kandy nach Ella kaufen, aber wir waren schon zu spät und bekamen keine Karte mehr für einen Sitzplatz. Am Abend kümmerten wir uns wieder um die Eichhörnchen und packten unsere Sachen für die Abreise am Morgen.

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