Galle

Ich muss sagen, dass ich ein bisschen Angst davor hatte Smitha zu verabschieden und wirklich alleine weiterzureisen. Wir hatten wirklich zwei super schöne Wochen in Sri Lanka – es hätte nicht besser laufen können. Aber um ehrlich zu sein hat es sich richtig gut angefühlt tschüss zu sagen und Allein loszuziehen. Ich hatte mir so viele Gedanken gemacht, wie es sein würde, wenn die zwei gemeinsamen Wochen um wären, aber es war einfach wie der „Startschuss“ in die richtige Reise. Mit meinem Rucksack auf dem Rücken und voller Optimismus machte ich mich auf nach Galle Fort (in die Innenstadt), wo ich am Tag zuvor schon ein richtig schönes Hostel entdeckt hatte. Ohne zu buchen, versuchte ich einfach auf Gut Glück ein Bett im Schlafsaal zu bekommen – das hat dann auch geklappt. Der Besitzer der Hostel war von Anfang an super nett und ich hab mich ab der ersten Sekunde echt wohl gefühlt. Die Zimmer waren richtig gut und ich kannte mich ja schon ein bisschen aus im Städtchen. Da ich erst um 14:00 Uhr einziehen konnte, bummelte ich gemütlich durch die Gassen und setzte mich an den Strand, um ein Buch zu lesen. Den ganzen Tag über machte ich nicht wirklich mehr, als zu lesen, durch die Stadt zu laufen und mich mit ein paar Einheimischen zu unterhalten. Am nächsten Morgen, ich wollte eigentlich ohne Frühstück losziehen, weil es mir zu teuer war, spendierte mir der Hosteltyp das Frühstück und es war soo gut. Am Nachmittag lernte ich die Anderen aus meinem Hostel kennen. Eine Finnin, eine Deutsche und einer aus Taiwan. Die Deutsche und der Taiwaner wollten am Strand surfen, also gingen die Finnin und ich in die Neustadt. Sie war wirklich sehr quirlig und konnte nicht eine Sekunde stillstehen, aber ich war ganz froh mit ihr mitzukommen – allein wäre ich wahrscheinlich nicht in die chaotische Neustadt gelaufen. Abends gingen wir dann mit einer Kanadierin, einer Holländerin und zwei Amerikanern etwas trinken. Wie immer waren alle Älter als ich, aber sie hatten soviel Interessantes zu erzählen und der Abend war richtig gut. Der eine Amerikaner erzählte, er würde in Colombo irgendwas mit Entwicklung und der Kultur in Sri Lanka studieren, die Holländerin und die Kanadierin (Journalistin) hatten sich in Myanmar kennengelernt und wollten eigentlich durch den Iran und durch Israel reisen (letztendlich sind sie aber doch in Sri Lanka gelandet) und der andere Amerikaner (John) reiste schon seit sechs Monaten allein durch die Welt. Wie ihr euch vorstellen könnt hatten wir total interessante Gespräche und ich staubte noch ein paar Tipps für Colombo ab. Am nächsten Morgen fuhr ich mit der Finnin nach Unawatuna an den Strand. Irgendwann wurde sie mir zu anstrengend, also beschloss ich noch länger am Strand zu bleiben, während sie weiterging. Das ist das coole am Alleinreisen – wenn du keine Lust mehr auf jemanden hast, kannst du einfach allein weiterziehen – Du entscheidest, mit wem du Zeit verbringst. Später lief ich eine Weile am Strand entlang. Ich fand einen Weg und beschloss ein Stück weiterzugehen. Auf einmal fand ich im Dschungel wieder. Es gab ein paar Schildern mit „Jungle Beach“ drauf geschrieben und ich folgte einfach den Schildern. Der Weg war wirklich abenteuerlich. Erst ging es an paar „Feldern“ vorbei, dann bergauf durch den Wald, an ein paar wenigen Häusern vorbei und irgendwann war es nur noch ein schmaler Weg. Es hatte gerade angefangen zu regnen und ich hatte mir überlegt wieder umzukehren, als ich zwischen den Bäumen das Meer sehen konnte. Ich ging also weiter und wurde pitschnass, aber letztendlich hatte sich all das gelohnt. Ich kam an einem total schönen Strand an, an dem hauptsächlich Einheimische badeten.

 

Ich blieb einige Zeit am Strand und machte mich dann wieder auf den Weg zurück. Total kaputt und nass, setzte ich mich in ein kleines Restaurant und bestellte mir ein gefülltes Roti. Dann musste ich noch gut 3-4km bis zur Bushaltestelle laufen und war irgendwann spät Nachmittags wieder zurück im Hostel.

Ich blieb noch zwei weiter Nächte im Hostel und kannte mich am Ende wirklich gut in der Stadt aus. Ich weiß gar nicht wieso es mir so gut gefiel, die meisten Backpacker blieben höchstens für eine Nacht und manche behaupteten, es seien nur Touristen in der Stadt und es gäbe nichts zu sehen. Klar, Galle Fort ist sicherlich touristisch, aber wenn die Tagesausflügler weg sind, ist es einfach nur noch schön dort. Die Stadt hat eine total interessante Geschichte und hier leben Muslime, Christen und Singhalesen zusammen. Die Kellner im Café, in das ich ein paar mal ging, kannten mich schon und wir unterhielten uns, wann immer ich vorbeikam. Als ich an einem Nachmittag ein Roti im Rotishop (in den sich normalerweise kein Tourist verirrt) kaufte, sprach mich ein älterer Herr an. Er war Gelehrter und erzählte mir, dass er häufig ausländische Studenten bei sich unterrichtete und ihnen die Stadt zeigte. Er lud mich zu einem Tee ein, aber ich lehnte ab. Dafür zeigte er mir einen besonderen Gewürzladen, in dem die Einheimische ihre Gewürze kauften. Ich durfte ein paar probieren und es roch wirklich alles sehr frisch. Abends setzte ich mich in das „Wohnzimmer“ des Hostels und unterhielt mich mit den Angestellten und ein paar anderen Reisenden. Der Hosteltyp kochte eine Suppe und es gab sogar Kaffee!!! Am nächsten Morgen packte ich fast ein bisschen traurig meine Sachen und ließ meine Sachen an der Rezeption, während ich mich nochmal auf zum Strand machte. Dort laß ich noch ein bisschen weiter mein Buch, als mich ein deutsches Mädchen ansprach. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte eine Safari zu machen – ich hatte ja schon eine gemacht – aber wir unterhielten uns trotzdem eine Weile. Ihr seht also, ob man will oder nicht 😀 wenn man alleine reist, ist man nie wirklich alleine.

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3 Kommentare

  1. Mami Februar 2, 2017

    :):):):):)

  2. Christine Februar 2, 2017

    Liebe Franzi !!!
    Deine Reiseberichte hören sich dermaßen spannend an, da meint man schon fast man ist mitten in einem Film verwickelt. Wir freuen uns, dass es dir so gut geht. Auch dass du so gut alleine klar kommst. Bestimmt ist es manchmal nicht einfach, doch so wie du schreibst hat es auch ja Vorteile. Ich glaube nicht, dass man so viele interessante Leute kennenlernt wenn man zu zweit reist.

    Wir wünschen dir noch viele viele tolle Tage und grüßen dich von Herzen :Christin und Bernd

    • marmeladenglasmoment Februar 3, 2017 — Autor der Seiten

      Hallo ihr zwei!! Es freut mich voll dass ihr hier mitlest! Ja ich bin total froh dass ich hier alleine unterwegs bin – man lernt wirklich die interessantesten Leute kennen und gerade in Malaysia ist alles noch viel einfacher 😊 Ganz liebe Grüße zurück ich schick euch ein bisschen Sonne ☀️

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