Kuala Lumpur (KL)

Am Freitag Abend ging es also erst mit dem Tuk-Tuk, dann mit dem Bus und dann wieder mit dem Tuk-Tuk zum Flughafen in Colombo. Es regnete in strömen – Sri Lanka war also echt traurig, dass ich jetzt fliegen würde.

Ich war wie verlangt fünf Stunden vor Abflug da – und durfte natürlich erstmal eine Stunde warten. Danach ging es durch den Sicherheitscheck und bis zur Gepäckaufgabe – und siehe da, wen treffe ich den hier! John, den Amerikaner, den ich in Galle kennengelernt hatte. Er saß sogar im selben Flieger wie ich, würde aber von KL weiter nach Brunei fliegen. Nachdem ich mein Gepäck abgegeben hatte, lief ich noch durch die verschiedenen Duty-Free Läden und setzte mich dann zu einer Steckdose, um ein paar Blogposts zu schreiben. Nach einer Ewigkeit, wurde unser Gate geöffnet und nach einem weiteren Securitycheck durften wir eine weitere Stunde warten. Ein kleines Mädchen hielt uns allerdings Alle auf Trapp. Sie lief durch die Gegend und schüttelte jedem einzeln die Hand – echt zuckersüß. Endlich ging es ins Flugzeug. Airasia ist eine Billigfluggesellschaft von daher gab es weder was zu Essen, zu Trinken und auch kein Fernseher oder eine Steckdose. Schlafen konnte ich leider auch nicht, so kam ich total übermüdet um halb sechs morgens in Kuala Lumpur an. In mein Hostel durfte ich erst um 14:OO Uhr einchecken, also ließ ich mir mit allem ganz viel Zeit. Ich holte mein Gepäck vom Band, kaufte mir eine SIM Karte für mein Handy, hob Geld ab und kaufte mir einen Reiseführer für Malaysia, Singapur und Brunei. Danach kaufte ich mir einen Fruchtshake und latschte durch den großen Flughafen/die Shoppingmall? Jetzt musste ich irgendwie rausfinden, wie ich zum Hostel kommen würde. Als erstes musste ich den Klia Ekspres vom Flughafen in die Stadt nehmen und musste mich wirklich zwingen nicht einzuschlafen. Die Sonne schien schon total und die Aussicht aus dem Zug war richtig schön – überall Palmen und Urwald. Am Hauptbahnhof musste ich dann in die Monoreil umsteigen (ein Zug der oberhalb der Stadt fährt) und kam dann nahe am Hostel an. Ich muss sagen ich war ganz schön stolz das so gut hingekriegt zu haben. Ganz ehrlich! Ich hatte erstmal einen positiven Kulturschock. Wo waren die Menschenmassen, die Straßenhunde, die bunten Schulbusse, die Tuk-Tuk Fahrer, die Verkäufer, die einem irgendetwas andrehen wollen,…? Alles kam mir geordnet und sauber vor und natürlich waren die Menschen hier auch total anders. Jeder sprach Englisch und anstatt Indisch-aussehende Frauen im Saree, waren da auf einmal malaiische Frauen mit Kopftuch. Mit dem Handy in der Hand machte ich mich auf zu meinem „Hostel“. Ich hatte den (unfassbar guten) Tipp von einer Freundin bekommen, die schon vorher in Malaysia unterwegs war. Das Hostel war nämlich gar kein Hostel. Die Mercu Summer Suite ist ein großes Hotel, mit eigenem Infinity Pool. Ein paar dieser Hotelzimmer sind sozusagen umgestaltet in Hostel Schlafsäle. Im Zimmer gab es also drei Stockbetten (also sechs Betten), ein Bad, eine Küche und einen Balkon. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich erstmal dachte, ich sei im falschen Film, als ich in der Hotellobby ankam. Dann war auch noch der Besitzer der „Hostelräume“ (ihm gehörte eigentlich die Wäscherei im Hotel) so nett und lies mich direkt in das Zimmer. Es war neun Uhr morgens und die anderen Mädchen schliefen noch. Ich legte mich samt Klamotten und mit der Kameratasche ins Bett und schlief sofort ein. Als ich gegen 12:00 Uhr wieder aufwachte, waren noch zwei Holländerinnen in meinem Zimmer und begrüßten mich herzlich. Nach einem kurzen Frühstück ging ich runter zum Pool. Der war zwar echt kalt, aber es war so cool einfach ein bisschen zu schwimmen und im Reiseführer zu blättern. Am Nachmittag kamen die anderen Mädchen nach und nach an. In meinem Zimmer schliefen die zwei Holländerinnen, Helen (eine Engländerin), eine Schwedin und eine Amerikanerin. Helen und die Amerikanerin boten mir an, am Abend mit ihnen Essen zu gehen und ich sagte ihnen zu. Davor erkundete ich aber die Gegend. Ich lief zu den Petrona Towers und versuchte ein Selfie mit den Türmen zu machen. Dann beobachtete ich, wie die anderen Menschen versuchten ein Selfie zu machen – das sah echt bescheuert aus.

Danach lief ich in die gegenüberliegende Shoppingmall. Was für ein Kulturschock – so viele Läden, alle Menschen sahen so anders aus und es lief westliche Popmusik. Zurück im Hostel machte ich mich mit Helen und der Amerikanerin auf zum Essen. Die Mädels wollten ins Hard Rock Café und auch wenn ich was anderes unter lokalem Essen mit kleinem Budget verstehe, kam ich mit und bestellte mir einen Veggieburger. Die beiden waren wirklich total nett und erzählten mir, dass ich pünktlich zum Chinese New Year angekommen war und deshalb überall in der Stadt Dragon Dances aufgeführt werden würden. Es gab also direkt mal einen Tanz vor dem Restaurant.

Der Tanz war echt spektakulär und auch der Aufbau war total aufwendig. Nach dem Essen liefen Helen und ich nochmal zu den Petrona Towers, um ein Foto bei Nacht zu machen.

Zurück im Hostel fiel ich todmüde ins Bett – meine Füße waren Matsch. Am nächsten Morgen beschlossen Helen und ich zusammen nach Chinatown und zum Central Market zu laufen. Wir hatten uns allerdings verlaufen und fanden uns in Little India wieder. Da hatte ich dann wieder mein Sri Lanka-Feeling zurück. In Chinatown war es auch wirklich cool und im Central Market kaufte ich mir direkt ein Sonnenbrille. Wir liefen wieder zurück Richtung Shoppingmall. Hier trennten Helen und ich uns und ich lief noch eine Weile durch die Mall. Auch hier war alles für Chinese New Year geschmückt und es gab immer wieder Drachentänze. Ich kaufte mir etwas seltsames zu essen – es war auf jeden Fall ganz lecker.

Im Hostel waren jetzt andere Mädchen angekommen (die Holländerinnen und die Amerikanerin waren wieder abgereist). Eine Argentinierin und zwei Amerikanerinnen. Das Mädchen (oder eher die junge Frau) aus Argentinien konnte kaum Englisch und hatte aus Versehen vier Mal den selben Flug übers Internet gebucht – war somit 600 $ los. Es war wirklich schwer ihr irgendwie zu helfen, da wir uns kaum verständigen konnten und sie war wirklich den Tränen nahe. Da alle Callcenter schon zuhatten musste sie die Sache am nächsten Morgen klären.

Helen und ich hatten von einer Heli Lounge Bar gehört, von der man einen tollen Blick bei Nacht über die Stadt haben soll. Wir liefen dort hin, aber die Kellner verlangten, dass wir jeweils 100 MR ausgeben, um hoch zu kommen, also liefen wir wieder zurück zum Hostel. Am nächsten Morgen reiste Helen weiter nach Singapur und ich beschloss mir die Batu Caves anzuschauen. Die Batu Caves sind Kalksteinhöhlen, in denen sich Hindu-Tempel befinden. Um dorthin zu kommen, musste ich erst mit der Monoreil zum Hauptbahnhof und dann mit einem Zug weiterfahren. All das klappte (nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten) wirklich gut und der Zug war sogar klimatisiert und ähnlich wie unsere Bahn in Deutschland. Nachdem man sich durch eine Straße voller indischer Stände mit Schnickschnack gekämpft hat, steht man vor einer Treppe mit 272 Treppen und einer goldenen Statue, die dem Hindu Gott Murugan gewidmet ist. Ich lief also mit hunderten anderen Menschen diese Treppe hoch und hatte dann einen tollen Ausblick. An der Treppe sitzen total viele Affen, die manchen Touristen das Essen aus der Hand klauen. Ist man oben angekommen, steht man vor dem Eingang der Light Caves. Einer großen, teilweise oben offenen Höhle mit einigen Mini-Tempeln und zahlreichen bunten Statuen von Hindu-Göttern. Ich schaute mir die Höhle ein bisschen an und machte mich dann wieder auf den Weg zurück nach KL.

Zurück am Hauptbahnhof fiel mir erst auf, dass sich dort eine riesige Mall befindet. Also lief ich auch hier ein bisschen durch die Läden und kaufte mir in einem der Supermärkte was zum Abendessen. Zurück im Hostel traf ich die Argentinierin wieder, sie hatte wirklich Glück gehabt und konnte ihre Flüge wieder stornieren – Mann bin ich froh, dass ich wenigstens Englisch sprechen kann. Zum Glück war ich wieder im Hostel, denn es fing an in Strömen zu regnen und ich war froh im Trockenen zu sein.

 

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

Antworten

© 2017 marmeladenglasmoment

Thema von Anders Norén