Singapur

Es wurde mal wieder Zeit die Unterkunft in Langkawi zu verlassen. Der Wecker klingelte morgens um 5:45 Uhr und Isabel und ich mussten uns zwingen endlich aufzustehen. Sachen gepackt, auf den Rücken und Abmarsch. Wir trafen uns mit Lisa an der Hauptstraße, wo schon ein Taxi auf uns wartete. Als wir ankamen – war der Flughafen noch geschlossen! Verrückt! Also setzten wir uns hin und warteten bis die ersten Angestellten die Läden öffneten und nach und nach das Licht anging. Dann verabschiedeten wir uns von Isabel – sie würde einen Flieger nach Indonesien nehmen – und marschierten zum check-in, Gepäck aufgeben, Gate, Boarding,… Endlich ging es dann los. Wir flogen nur eine Stunde und so verging die Zeit sehr schnell.

Landung in Singapur. Wir nahmen dann einen Busshuttle, der die verschiedenen Hostels abklapperte. Ein bisschen müde sahen wir aus dem Fenster – und schon viel uns auf, wie viel sauberer und geordneter alles war (ich weiß das sage ich immer wenn ich irgendwo neu ankomme, aber es ist wirklich so J). Der Shuttlefahrer war auch schon total nett und konnte noch besser Englisch als die Menschen in Malaysia J. Wir fuhren nach Little India (hier sind die meisten Hostels) und dort ließ er mich als erstes aussteigen – Lisa fuhr in ein anderes Hostel. Die Frau an der Rezeption (perfektes Englisch) konnte mich noch nicht ins Zimmer lassen, aber ich konnte das Gepäck abstellen und schon ein bisschen die Gegend erkunden! Ich war nun also in Little India? Wow das Little India in Singapur ist total anders als das in KL. Englische Speisekarten, nicht so viel los auf den Straßen und keine seltsamen Blicke! Um drei konnte ich in mein Zimmer – gemischter Schlafsaal mit zwölf Betten und Käsefußduft! Aber eigentlich echt in Ordnung und der Gemeinschaftsraum war echt schön und modern. Ich ruhte mich eine Weile aus und lernte eine nette Engländerin kennen, die in Singapur war um ihr Visum für Australien zu verlängern. Dann packte ich meine Kamera und mein Buch und machte mich auf zur U-Bahn Station. Ich musste zwar immer ein gutes Stück bis zur nächsten Haltestelle laufen, aber von dort aus konnte ich relativ viele Stationen in Singapur erreichen. Ich muss sagen, irgendwie ist es cool, zu merken, wie man sich immer schneller an einem Ort zu Recht finden kann. Ich löste mir ein Ticket bis zur Marina Bay und lief zu den bekannten Supertrees in den „Gardens by the Bay“. Die Sonne ging unter und als es richtig Dunkel war begann auch schon die Lichtershow zu einem chinesischen Lied. Der ganze Garden war so magisch, Alles hat so schön geleuchtet und die Menschen saßen irgendwo auf dem Gras, machten ein Picknick und sahen einfach nur den Lichtern zu. Eines der besten Dinge in Singapur ist auch, dass man nachts ohne Probleme allein rumlaufen kann, also lief ich noch ein bisschen umher und fuhr später gemütlich mit der U-Bahn zurück.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem echt guten Frühstück zum Krankenhaus, wo ich mir Blut abnehmen lassen musste (Schilddrüsenprobleme) – All das klappte super gut – sogar einfacher als in Deutschland! Die Krankenschwester verstand sofort was ich meinte und ich war innerhalb von einer Stunde wieder Draußen. Jetzt machte ich mich auf den Weg in das „alternative Viertel“ in Singapur. Ich hatte darüber in meinem Reiseführer gelesen und dachte – ich schaue mir das mal an. Mit der U-Bahn ging es also nach Tanah Rajah. Ich setzte mich kurz hin, um nachzusehen, wo genau ich den schönen Buchladen finden würde, als mich ein Thailändisches Mädchen ansprach. Sie fragte mich, ob ich etwas über diesen Buchladen wisse – ich zeigte es ihr in meinem Reisführer und so liefen wir gemeinsam dorthin. Der Laden war richtig cool und wir beiden tranken danach noch einen Kaffee zusammen. Die Thailänderin war Kultur und Literatur Studentin und echt super lieb. Weil es in dem Viertel echt teuer war, suchte ich überall nach etwas Billigem zu Essen – puh gar nicht so einfach!

Als es schon spät wurde machte ich mich schnell auf – zurück zum Hostel. Ich hatte eine Verabredung für den Abend mit Lisa. Wir würden zusammen mit zwei Anderen aus ihrem Hostel in eine superfancy Rooftopbar gehen! Sozusagen „die Bar“ in Singapur. Ich versuchte mein Bestes, um ein bisschen schick auszusehen – was erwarten die denn von einem Backpacker! Ich war echt schon ganz schön kaputt von dem ganzen durch die Gegend laufen, aber jetzt ging es wieder zur U-Bahn Station und dann fand ich irgendwann auch die Bar. Hier warteten schon Lisa, Laureen (Kölnerin) und Jay (Aiatischer Amerikaner oder so) auf mich. Wir mussten 30 $ Eintritt zahlen, bekamen aber einen Cocktail umsonst. Dann ging es mit dem Aufzug in den 63. Stock – WOW was für eine Aussicht! Wir waren begeistert. Dann trafen wir noch zwei andere Mädels aus Lisas Hostel und ich setzte mich zu ihnen, während Lisa und Laureen stundenlanges Fotoshooting mit Aussicht machen (Heidi hätte sie bestimmt eine Runde weiter gelassen). Leider habe ich meine Kamera nicht mitgenommen – das wäre ja peinlich gewesen, aber ein paar Handyaufnahmen hab ich trotzdem. Es spielte auch eine Live Band und danach legte ein DJ auf. Wir tanzten eine Weile, bis es anfing in Strömen zu Regnen. Auf dem Rooftop gab es kein Dach und weil Alle so schick angezogen waren, rannten sie zum Aufzug und wollten nach unten fahren. Eine halbe Massenpanik – es war doch nur Regen. In den Aufzug passten aber nur 20 Mann und so fingen die Leute an, die Treppen runterzulaufen (63 Stockwerke!!!). Irgendwie landeten wir dann in einem Club, aber die Musik war mega schlecht, also machte ich mich wieder auf den Weg, zurück zum Hostel.

Am nächsten Morgen packte ich meine Sachen und ging zu den Botanical Gardens. Verrückt wie diese Großstadt teilweise so grün sein kann! Der Park war richtig schön und so viele Leute machten ein Picknick. Ich konnte auch ein paar komische Leute beim Fotoshooting beobachten! In den kleinen Seeen schwammen sogar Schildkröten und ich hockte mich irgendwo hin und las mein Buch. Als ich hungrig wurde, machte ich mich auf nach Chinatown. Da war ganz schön was los – aber nichts vegetarisches in Sicht. Jetzt kommt die Schande, ich aß mal wieder Indisch – in Chinatown – tut mir leid. Es fing wieder an total zu regnen und ich hopste von Stand zu Stand um nicht pitschnass zu werden.

Abends legte ich mich einfach ins Bett (der Käsedurft war nicht mehr ganz so penedrant) und schaute mir einen Film an – das muss schließlich auch mal sein. Am nächsten Tag lief ich mir mal wieder die Füße total platt. Ich nahm die U-Bahn und stieg einfach irgendwo aus. Dann lief ich durch die Gegend, am Fluß entlang, noch einmal durch den „Garden by the Bay“ , vorbei an Marina Bay, einem großen Museum, über eine große Brücke (tut mir leid, ich weiß die Namen nicht mehr) und in eine Mall. Irgendwo am See setzte ich mich eine Weile hin – hier mitten in der Großstadt, war sonst niemand – Singapur ist echt verrückt! Total kaputt, aber glücklich, packte ich Abends meine Sachen zusammen – nächster Stopp Perth – Singapur war toll!

Die Stadt ist echt vielfältig, es gibt viel zu sehen und ich hätte wahrscheinlich auch hier noch viel mehr Zeit verbringen können. Wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich die meiste Zeit in Singapur allein verbracht – aber auch total genossen. Ich konnte selbst entscheiden was ich sehen wollte und eine so große Stadt alleine zu erkunden macht echt Spaß!

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1 Kommentar

  1. Mami Februar 19, 2017

    Was für wine verrückte Stadt wie von einem anderen Stern,sehr schöne Bilder freuen uns auf Australien 🙂

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