Perth

Organisiert wie ich es nun Mal nach einiger Zeit Reisen bin, kam ich (über)pünktlich am Flughafen in Singapur an. Zum Glück. Ich ging zum Check-In Schalter und wollte gerade mein Gepäck aufgeben, als die nette Dame mein Visum für Australien sehen wollte. Puls auf 3000 – Visum?! Ich weiß wirklich nicht was ich mir gedacht habe – oder eben gar nicht gedacht habe! Ein Visum hatte ich jedenfalls noch nicht in der Tasche. Aber zum Glück konnte ich direkt am Stand nebenan ein Visum beantragen! Puh, und ich war immer noch zu früh dran – manchmal ist es doch gut Deutsch zu sein ;).

Angekommen in Perth gab es mal wieder einen Kulturschock – wo sind all die Asiaten hin? Wieso ist hier alles so sauber? Warum spricht jeder Englisch? Wieso lächelt mich der Sicherheitstyp an und fragt mir wies so geht? Ich holte mein Gepäck am Band ab und machte mich auf den Weg zum Ausgang – oh ich hatte mir noch gar keine Gedanken gemacht, wie ich zum Hostel kommen würde. Die Sonne ging schon so langsam unter, also sprach ich zwei nette Mädels an, die aussahen wie Backpacker. Weil sie so furchtbar nett waren, luden sie mich ein, ein Uber zu teilen und ich musste nicht einmal dafür zahlen. Small-Talk mit dem Fahrer. Ich mit großen Augen auf dem Beifahrersitz – was für breite Straßen! Am Billabonghostel stiegen wir aus und ich musste noch ein ganzes Stück zu meinem Hostel laufen. Verrückt, es war vielleicht 22:00 Uhr und einfach nicht ein Mensch auf den Straßen! Angekommen im Hostel begrüßte mich erstmal der total unfreundliche Typ an der Rezeption – ratet mal warum er so unfreundlich war – er ist Deutscher. Auch die Hostels in Australien sind irgendwie total anders. Witzig war es auf jeden Fall, als ich in meinem Zimmer die zwei Mädels Mona und Jaqui aus Franken kennenlernte, die dann auch noch zufällig mit einer meiner Schulfreundinnen befreundet sind – willkommen in unserer kleinen Welt. Die Beiden waren total nett und würden schon am nächsten Tag – nach einem Jahr Work und Travel in Australien – nach Deutschland zurück fliegen. Also erzählten sie mir von ihren Erfahrungen – und meinten schon von Anfang an, dass ich die absolut richtige Entscheidung gemacht hatte, direkt an die Westküste zu reisen! Ich solle die Ostküste gar nicht erst machen, zu viele Deutsche, zu viel Tourismus, zu teuer – der zweite Ballermann sozusagen.

Ich muss glaub ich erstmal sagen, dass ich gar nicht unbedingt nach Australien kommen wollte. Zum Glück hatte ich mich aber für die Westküste entschieden!!!

Später kam dann Thomas in unser Zimmer – 18 Jahre alt und aus Meersburg, mit Großeltern aus Würzburg – ich glaub ich spinn. Er würde am nächsten Morgen in einen Roadtrip an der Westküste entlang starten und lud mich direkt ein mitzufahren! Ich hätte beinahe zugesagt, aber als er mir erzählte, dass sein Travelmate gerne Heavy Metal hörte, ging mir das dann doch ein bisschen zu schnell. Ich war ja gerade erst eine halbe Stunde in Australien! Später lernte ich dann Sandra (Münchnerin) und Sara (Finnin) kennen, die total unzufrieden mit dem Hostel (und dem Besitzer) waren und nach einem Job in Perth suchten – puh das Problem hatte ich ja zum Glück nicht. Wir tranken noch ein Bierchen zusammen. Den nächsten Tag verbrachte ich damit durch die Stadt zu schlendern, Straßenmusikern zuzuschauen, die kostenlosen Liegestühle zu nutzen, Essen zu kochen (verrückt das macht man in Asien ja nicht),… Die Leute gingen Kaffee trinken und Eis essen und irgendwie fühlte es sich an wie Sommer in Europa! Ich fühlte mich also direkt sehr wohl. Ich entdeckte auch noch eine superschöne Bibliothek in Perth und schmökerte ein bisschen. Am Abend ging ich mit Sandra zu einem Pub Crawl – einer Kneipentour. Es trafen sich ganz viele Backpacker an einem Ort, wo zuerst mit Gun (das Backpackergetränk – ganz schrecklich) vorgeglüht wurde. Dann ging es zu drei verschiedenen Bars, wo wir für 10 Dollar einige Freigetränke und einen Burger bekamen. Es war echt richtig witzig!! Ich hatte inzwischen schon das Hostel gewechselt (zum Billabonghostel). Hier war ich mit fünf anderen Mädels im Zimmer und eine von ihnen (Laura) zeigte mir dann noch die Stadt!

Trotzdem wollte ich nicht all zu viel Zeit in Perth verbringen und machte mich direkt auf die Suche nach Travelmates – das geht heutzutage hauptsächlich über Backpackergruppen auf Facebook! Hier schreiben Leute, wenn sie einen freien Platz in ihrem Auto haben, oder eine Mitfahrgelegenheit suchen,… Ich sah das zwei Mädels noch jemanden suchten und schrieb sie an! Sie wollten sich für den Abend verabreden, aber da ich schon auf dem Pub Crawl war, verschoben wir das Treffen auf den nächsten Tag. Am Abend kamen also Anny (aus Berlin) und Steffi (aus Münster) zu meinem Hostel. Die beiden hatten ein Auslandssemester in Melbourne gemacht und wollten vor ihrer Rückkehr nach Deutschland noch einen Roadtrip an der Westküste machen. Die Beiden waren einfach von der ersten Sekunde an super lieb und wir verstanden uns echt gut! Trotz des Altersunterschieds – echt du bist erst 18?! – wollten mich die Zwei mitnehmen und ich war total happy! Am nächsten Tag würde es schon losgehen – was für ein Abenteuer!!!

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2 Kommentare

  1. Mami März 16, 2017

    Juhuuu,sie ist wieder da ich freue mich auf deine schönen Bilder und Berichte.Super ;);)

    • Wolfgang und Helga März 18, 2017

      hallo Franzi,tolle Bilder und Berichte,best wishes send Oma und Opa from old Germany.

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